Sonntag, 16. Februar 2025

Wanderungsbewegungen im 11. und 12. Jahrhundert in Europa

 Wenn man sich länger nicht mit dem Mittelalter beschäftigt hat, übersieht man leicht wichtige Vergleichsmöglichkeiten mit der Jetztzeit.




















































"Zentrum einer Villikation war ein Herrenhof (Fronhof oder Haupthof, lat. curtis) mit einem selbst bewirtschafteten Landbesitz (Salland, lat. terra salica). Um diesen Fronhof gruppierten sich kleinere Bauernstellen (Hufen, lat. mansi), die vom Grundherren ausgegeben und von den Bauern selbst bewirtschaftet wurden. Von dieser Unterteilung in Fronhof und abhängige Hufen leitet sich die Bezeichnung zweigeteilte Grundherrschaft ab." (Wikipedia)








Freitag, 3. Januar 2025

Arbeitstiere, Zug- und Haustiere

Dass Tier und Mensch bis weit in die Moderne auch in Deutschland eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft waren, habe ich noch selbst erlebt, doch ist es weithin vergessen. Auch mir selbst ist es so gegangen. 

Human-Animal Studies (Wikipedia)

Zugtier (Wikipedia) 

Arbeitstier (Wikipedia)

Literatur:

Das »Nachpferdezeitalter« – Ende oder Beginn einer Symbiose?

Reinhart Kosselleck: Der Aufbruch in die Moderne oder das Ende des Pferdezeitalters

Hans-Ulrich Schiedt: Auf den Spuren der Arbeitstiere. Eine gemeinsame Geschichte vom ausgehenden 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Chronos Verlag, 2024,

Hans-Ulrich Schiedt interviewt von Peter Riesbeck

"Rinder boten erstens in der ersten Agrarrevolution die Möglichkeit, sich aus der Abhängigkeit der einer obrigkeitlichen Herrschaft zu emanzipieren, etwa bei Gespannen. Zweitens lieferten diese Tiere ein großes Reservoir an unerreicht billigen, nebengewerblich erbrachten Transportdienstleistungen. [...]

In absoluten Zahlen hatte es am meisten Pferde und arbeitende Rinder in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs – also fast 100 Jahre nach dem Eisenbahnbau und mehr als 50 Jahre nach dem Aufkommen der ersten Automobile. Bezogen auf die Fläche waren es die Städte, welche die größte Arbeitstierdichte aufwiesen. In diesen sank deren Bedeutung nach dem Ersten Weltkrieg. Ins Auge fällt auch die regional sehr unterschiedliche Verteilung der verschiedenen Arbeitstiere. So gab es Regionen mit eigentlichen Pferde- oder Rinderkulturen, während im Wallis eine eigentliche Maultierkultur gelebt wurde. [...]

In den Quellen sind die Gesellschaftsschichten, in denen die Hunde als Arbeitstiere gehalten wurden, oft mit einer Aufzählung umrissen: die bäuerliche Bevölkerung, die kleineren Produzenten und Händler – Metzger, Bäcker, Gärtner, Krämer, Milch-, Butter- und Käselieferanten oder Hausierer. Zughunde bilden gleichsam eine Sonde, die kleine, sozial mehr oder weniger prekäre Existenzen sichtbar macht."

Peter Riesbeck: Im Buch erwähnen Sie den französischen Historiker Éric Baratay, der für das 19. Jahrhundert festhält: „Das Tier wird als Sub-Proletarier behandelt, auf dem das Wirtschaftswachstum aufbaut.“ Was meint er damit?

Schiedt: Baratay ist einer der wichtigsten Historiker, der Mensch-Tier-Verhältnisse ins Zentrum seiner Studien rückt. Mit seinem Verweis, die Arbeitstiere seien gleichsam ein Subproletariat, bezieht er sich auf die große Bedeutung der Arbeitstiere in den seit dem 18. Jahrhundert ansetzenden wirtschaftlichen Wachstumsprozessen etwa der Agrarmodernisierung, des Städtewachstums und namentlich auch für die Industrialisierung, in deren Zusammenhang der Begriff des Proletariats erst eine Verbreitung fand. Gleichzeitig verortet er mit diesem Begriff die arbeitenden Tiere als sozialgeschichtliche Akteure und als sozial relevante Schicht unserer Arbeitswelt.

Ihre Studien zeigen, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Tier früher viel enger und in mancher Hinsicht kenntnisreicher war…

Die Quellen sind voller Belege, dass die Menschen, die in früheren Zeiten mit den Tieren arbeiteten, sich sehr wohl ebenfalls der Subjektivität ihrer Tiere bewusst waren und in einem eigentlichen partnerschaftlichen Verhältnis mit ihnen lebten und arbeiteten. Die Erfahrung ist zahlreich überliefert, dass nur wer sich des individuellen und artspezifischen Eigensinns und des Eigenwillens der Tiere bewusst war, zusammen mit den Tieren gute Arbeit leisten konnte. Allerdings wurde diese Erfahrung dann doch zuweilen so normativ abgefasst, dass, wenn wir auf die ebenfalls überlieferten Misshandlungen blicken, zwischen den Zeilen klar wird, dass auch oft gegen dieses Gebot verstoßen wurde.

Im Nachlass einer im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen vertriebenen Familie, die in Holstein gelandet war, fand sich mit der monatlichen Postanweisung für die Pacht der Hinweis des Pferdeknechts, der mit dem Tier in Köln gestrandet war, an die einstigen Besitzer: „Dem Tier geht es gut.“ Würden Sie so weit gehen zu sagen: Arbeitstiere gehörten zur Familie?

Ich könnte etliche Quellen vorlegen, in denen die Arbeitstiere als eigentliche Familienmitglieder erscheinen. Der Forscher Georg Schmidt bemerkte zu bäuerlichen Familienwirtschaften des ausgehenden 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: „Sie pflegten und schmückten das Vieh oft sorgfältiger als die leiblichen Kinder, die noch keinen Anteil am mühsamen Tagewerk hatten. Sie passten ihm ihren eigenen Arbeitsrhythmus an und konnten sich nur schwer von ihm trennen.“

War das Arbeitstier früher also mehr Haus- als Nutztier?

Tatsächlich ist das Arbeitstier in der eingangs unternommenen Präzisierung beides: Mit der Haltung eines Arbeitstiers waren immer auch weitere Nutzungen verbunden, so etwa die Nachzucht, bei Rindern beispielsweise die Milch- und Fleischnutzung, bis hin zur Verwendung der Haut als Leder und der Knochen als Grundstoffe für Leim und Seife. Die Menschen, die mit den Tieren arbeiteten, waren sich dieser Ambivalenz durchaus noch bewusst. Die Tierarbeit beruhte auf einer mensch-tierlichen Zusammenarbeit, die die weitere Verwertung und Nutzung der Tiere nach ihrem Tod miteinschloss.

Nach all der intensiven Befassung: Haben Sie ein Lieblings-Arbeitstier?

Persönlich am nächsten kamen mir vielleicht die Arbeitshunde und die Maultiere, weil in diesen so viele unterschiedliche Facetten der Existenzen greifbar werden, in denen sie gehalten wurden.

Ochs und Esel bilden in der biblischen Erzählung den tierischen Rahmen der Weihnachtsgeschichte. Wofür stehen die Tiere?

In meiner persönlichen Sozialisierung in der Sonntagsschule gehörten Ochs und Esel einfach zur heiligen Familie. In der gedrechselteren christlichen Ikonografik stand der Ochs etwa für das Volk Israel und der Esel für die Heiden.

Und die Schafe?

Sie sind mit ihren Hirten Zeugen des heiligen Moments und die ersten gläubigen Christen. Das sind nicht nur metaphorische oder allegorische Zuschreibungen. Im Stall kommt die Tier- und Menschwelt zusammen; im Stall brechen die Grenzen zwischen Natur und Kultur auf."

https://www.shz.de/deutschland-welt/SH_am_Wochenende/artikel/vergessene-helfer-arbeitstiere-praegten-die-geschichte-48111588  14.12.2024


vgl. auch:

Peter Riesbeck: "Im Stall finden Tier und Mensch zusammen" FR 4./5.1.25:

Riesbeck: Die Schweiz hat ab 1866 Arbeitstier statistisch erfasst. Wann war der Höhepunkt der Arbeitstiere?

Schiedt: In absoluten Zahlen hatte es am meisten Pferde und arbeitende Rinder in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs – also fast 100 Jahre nach dem Eisenbahnbau und mehr als 50 Jahre nach dem Aufkommen der ersten Automobile. Bezogen auf die Fläche waren es die Städte, welche die größte Arbeitstierdichte aufwiesen. In diesen sank deren Bedeutung nach dem Ersten Weltkrieg. Ins Auge fällt auch die regional sehr unterschiedliche Verteilung der verschiedenen Arbeitstiere. So gab es Regionen mit eigentlichen Pferde- oder Rinderkulturen, während im Wallis eine eigentliche Maultierkultur gelebt wurde. 

Peter Riesbeck: Vom Stall in die Stube Die Rheinpfalz 30.11.24


Mittwoch, 13. November 2024

Zeitmessung: Dendrochronologie, Archäeometrie

"[...] Man kann also mit einiger Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die technische Revolution der Bronzeerfindung eher aus dem Westen als aus dem Osten stammt: Ex occidente lux?

Der Kern der Archäeometrie ist allerdings auch heute noch die Zeitmessung. Vermutlich ist die Altersbestimmung durch Zählen von Jahresringen in Holz (Dendrochronologie), die schon vor dem zweiten Weltkrieg praktiziert wurde, der Startpunkt der Arche Geometrie im engeren Sinne gewesen. Diese klassische Methode hat bis heute nichts an Bedeutung verloren: sie ist einzigartig in ihrer Präzision. Durch sie werden Verfahren zur Altersbestimmung – wie die Radio Kohlenstoffmethode – kontrolliert (deren Resultate werden durch Schwankungen der Intensität der Sonnenstrahlung in der Vergangenheit beeinflusst).  Die Dendrochronologen jagen weltweit nach fossilen Hölzern, um ihre Zeitskala nach rückwärts zu verlängern.

Lange Zeit hielten die ältesten Bäume leben in Bäume der Welt, kalifornische Borstenkiefern, mit 8800 Jahren Rekord. Inzwischen haben mitteleuropäische fossile Eichenhölzer die Borstenkiefern überholt. Sie reichen bis 9927 Jahre vor heute. Die Hohenheimer Wissenschaftler Bernd Becker und Bernd Kromer haben sogar mithilfe einer nach unten anschließenden Skala von Kiefern-Jahresringen, das Jahr 12.040 vor heute erreicht – allerdings mit einer komplizierten Hilfsüberbrückung von rund 300 Jahren. Damit ist jetzt schon das Ende der Eiszeit dentrochronologisch bestimmbar: der große 'Wärmausbruch' lässt sich auf 11.300 Jahre von heute ansetzen." (Die Zeit, 18.5.1990) 






Mittwoch, 30. Oktober 2024

Marcus Jauer: Ostdeutschland: Der Traum von einer besseren DDR

  Marcus Jauer: Ostdeutschland: Der Traum von einer besseren DDR 

ZEIT, 29.10.24

Wer das politische Drama der Ostdeutschen verstehen will, muss auf den 4. November 1989 schauen: den Tag, an dem auf dem Alexanderplatz in Berlin "das Volk" seine Zukunft selbst in die Hand nehmen wollte.[...] 

Wären die Ostdeutschen in einem eigenen Staat womöglich glücklicher geworden?

Eine hypothetische Frage, aber betrachtet man sie vom 4. November aus, wirkt der Herbst 1989 wie ein aus freien Stücken abgebrochener Versuch der Selbstbestimmung. Die DDR-Bürger gingen in den Westen, in der Annahme, sie würden Deutsche werden, stattdessen wurden sie Ostdeutsche. Statt eines vereinten Landes entstand im Osten eine Identität, die sich in Abgrenzung zum Westen begreift und in Wirklichkeit eine Sackgasse ist. In einer Demokratie, in der die Mehrheit entscheidet, ist man, solange man sich vor allem als Ostdeutscher begreift, strukturell stets in der Minderheit.

Die verschiedenen Parteien, mit denen die Ostdeutschen die politische Landschaft der gesamten Bundesrepublik verändert haben, angefangen von der PDS über die AfD bis zum Bündnis Sahra Wagenknecht, wären so gesehen ein Versuch, die eigenen Angelegenheiten wieder in die Hand zu bekommen, ohne in einem eigenen Staat zu leben. In dieser merkwürdigen Doppelexistenz liegt die geschichtliche Tragik des Ostdeutschen – ein Zuwanderer zu sein, der auf seinem eigenen Territorium geblieben ist und doch in dem Gefühl lebt, seine Heimat verloren zu haben."

Eine bedenkenswerte Sicht auf die Geschichte Ostdeutschlands.

Gelungene Formulierungen, die freilich nur einen Teil der heutigen Wirklichkeit treffen.

"In einer Demokratie, in der die Mehrheit entscheidet, ist man, solange man sich vor allem als Ostdeutscher begreift, strukturell stets in der Minderheit." 

Als Bayer, der sich vor allem als Bayer begreift,  ist man nicht "strukturell stets in der Minderheit", sondern als Christdemokrat Teil einer relativen Mehrheit, genauso, wie man sich vor allem als Rheinländer begreift.

"ein Versuch, die eigenen Angelegenheiten wieder in die Hand zu bekommen, ohne in einem eigenen Staat zu leben" 
Den Versuch machte vor allem eine Minderheit von Bürgern der DDR, die einen dritten Weg gehen wollten. Die Mehrheit machte den Versuch nicht mit.

"Tragik des Ostdeutschen – ein Zuwanderer zu sein, der auf seinem eigenen Territorium geblieben ist und doch in dem Gefühl lebt, seine Heimat verloren zu haben".

Zuwanderer waren die vielen - vor allem jungen - Leute, die nach der Vereinigung in den Westen gingen. Die, die blieben, verloren nicht ihre Heimat, sondern ihre gesellschaftliche Sicherheit. Dafür sprechen Rolf Hochhuth: Wessis in Weimar, Günter Grass: Weites Feld. 

Was dabei übergangen wird: Es gab eine PDS mit Gregor Gysi als Vorsitzendem, die primäre eine Kümmererpartei war. 
Die AfD ist eine Sammelpartei für alle Unzufriedenen, die durch die Coronamaßnahmen und durch die unzureichend sozial abgefederten Transformationsversuche vor allem bei parteipolitisch nicht gebundenen Wählern große Anziehung erreichte. Der rechtsradikale Flügel versucht mitnichten "die eigenen [ostdeutschen] Angelegenheiten wieder in die Hand zu bekommen, sondern eine gesamtstaatliche Rechtsradikalsierung zu erreichen. 
Das BSW  versucht, die ursprüngliche soziale Orientierung der WASG aufzugreifen und durch die aktuelle Problematik der Integration Geflüchteter zu ergänzen in strikter Abgrenzung von AfD und identitären Bestrebungen innerhalb der Linken.



Mittwoch, 9. Oktober 2024

Von Zhou Enlai über Nagy zu Deng Xiaoping (Was ich alles vergessen hatte)

Was ich alles vergessen hatte, habe ich nachgelesen, als ich über Han Suyin erfuhr, dass sie im Alter von 87 Jahren noch eine Historische Studie über Zhou Enlai verfasst hatte. Es ist geradezu erschreckend, wie viel ich über ihn nicht mehr und noch nicht wusste und wie wenig mir Imre Nagy ein Begriff war. 

Deswegen halte ich hier meine Erkenntnisse aus der Wikipedia in verkürzter Form fest:  

Wie hätte sich die Weltgeschichte (unter Umständen!) verändern können, wenn Zhou Enlai Mao überlebt und die Macht direkt an Deng Xiaoping hätte übergeben können? Aber andererseits: Wie war es möglich, dass Deng Xiaoping trotz Zhou Enlais frühen Tod zum Herrscher Chinas werden konnte? 

 "In den Jahren, als die Kommunistische Partei ihre Basis in Yan’an hatte, kämpfte Zhou für eine vereinigte Front gegen Japan. So spielte Zhou eine wichtige Rolle im Zwischenfall von Xi’an. Er verhandelte im chinesischen Bürgerkrieg mit den Nationalisten. Während des Chinesisch-japanischen Krieges war Zhou Botschafter bei der Kuomintang in deren Übergangshauptstadt Chongqing. Er nahm auch an den gescheiterten Verhandlungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs teil.

Im Jahre 1949, nach der Errichtung der Volksrepublik China, war Zhou Premierminister und Außenminister. Im Juni 1953 verkündete er die Fünf Deklarationen für Frieden. Er war Vorsitzender der kommunistischen chinesischen Delegation bei der Genfer Konferenz von 1954 und der Bandung-Konferenz 1955." (Wikipedia) *

*"Zhou ermöglichte die Aufnahme von Beziehungen mit dem Westen in den 1970er Jahren.[6] Er begrüßte im Februar 1972 den amerikanischen Präsidenten Richard Nixon zu seinem Besuch in China und unterzeichnete mit ihm das Shanghai-Kommuniqué.

Bei Zhou wurde erstmals im November 1972 Blasenkrebs diagnostiziert. Das Ärzteteam berichtete, dass er bei sofortiger Behandlung eine 80- bis 90-prozentige Heilungschance hätte, aber die medizinische Behandlung für die höchsten Parteimitglieder musste von Mao genehmigt werden. Mao befahl, dass Zhou und seine Frau nicht von der Diagnose erfahren sollten, keine Operation sollte durchgeführt werden und keine weiteren Untersuchungen sollten erfolgen.[7] Im Jahr darauf hatte Zhou erhebliche Blutungen im Urin. Nach Druck von anderen chinesischen Führern, die von Zhous Zustand erfahren hatten, ordnete Mao schließlich im Juni 1974 eine chirurgische Behandlung an, jedoch hatten sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet.

Daraufhin gab er viele seiner Funktionen an Deng Xiaoping ab. Am 8. Januar 1976 starb Zhou einige Monate vor Mao Zedong. Im April 1976, einen Tag vor dem chinesischen Totengedenktag, wurden Kränze und Blumen zum Gedenken an Zhou von der Polizei entfernt, was allgemein als Tian’anmen-Zwischenfall bezeichnet wird."

Zu diesem Zwischenfall: Dass 100 000 nach einer von der Polizei bekämpften Ehrung Zhou En Lais am 4.4.1976 Regierungsgebäude stürmten, führte zum Vorgehen der Polizei gegen Deng Xiaoping:
"Am 7. April wurde Deng Xiaoping im Namen Maos und des Zentralkomitees aller Parteiposten enthoben und unter Hausarrest gestellt. In den kommenden Monaten wurde die Kampagne gegen ihn fortgesetzt und Deng wurde als ein neuer Imre Nagy attackiert und der Zwischenfall auf dem Tian’anmen-Platz in negativer Weise mit dem ungarischen Aufstand von 1956 verglichen." (Wikipedia) 

Das Schicksal Imre Nagys, der die ungarische Revolution gebilligt hatte, hatte ich vergessen. Als die sowjetischen Truppen anrückten, ließ er "in Westungarn den Widerstand organisieren und einige Fluchtwege nach Österreich offenhalten, auf denen bis zum 21. November 1956 etwa 210.000 Ungarn fliehen konnten. Er selbst floh in die jugoslawische Botschaft" (Wikipedia) Er wurde, nachdem ihm freies Geleit zugesichert worden war, verhaftet und nach einem Geheimprozess hingerichtet. 

Dies halte ich nicht fest, damit es nicht allgemein vergessen wird. Das ist, seit es die Wikipedia gibt, nicht mehr nötig. Aber ich halte es für mich fest, damit ich mir dokumentiere, wie die Wikipedia (an der ich seit 2004 mitgearbeitet habe) mir ermöglichte, so viel Vergessenes und noch nie Gewusstes in kurzer Zeit zu erfahren.


Montag, 7. Oktober 2024

Zur Einführung des Judenstempels in deutschen Pässen

Wikipedia: "Die Erfindung des Judenstempels wurde lange der Schweiz angelastet, insbesondere dem damaligen Chef der Fremdenpolizei Heinrich Rothmund. Entsprechende Vorwürfe erhob Peter Rippmann in einem Artikel, der am 31. März 1954 in der Zeitschrift Der Schweizerische Beobachter erschien. Neuere Forschungen zeigen allerdings, dass der J-Stempel zwar aufgrund eines Abkommens zwischen der Schweiz und Deutschland[4] eingeführt wurde, dass dieser aber auf einen Vorschlag der deutschen Behörden zurückgeht, welche damit die Einführung der vom Schweizer Bundesrat verlangten Visumpflicht für sämtliche deutsche Staatsangehörige verhindern wollten.[5] Entsprechend relativierte auch der [Schweizerische] Beobachter 1998 seinen Vorwurf an Rothmund.[6]"

Dazu vgl. auch: https://fontanefansschnipsel.blogspot.com/2024/10/vor-verschlossenen-toren-illegale.html

Judenverfolgung

  Holocaust am Starnberger See "[...] Der Dachauer Außenlagerkomplex Mühldorf liegt etwa 70 Kilometer östlich von München und besteht a...