Montag, 18. Mai 2026

Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl/Bensheim:

Die Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) Bensheim ist ein schulisches Projekt, das sich im Sinne der Geschwister Scholl der Aufarbeitung und Dokumentation der jüngeren deutschen Geschichte widmet. Besonders im Fokus stehen dabei lokale Bezüge, wie z. B. die Erforschung der Spuren von Zwingenbergern oder die jüdische Geschichte in Bensheim, etwa durch einen Kurzfilm zum Kaufhaus GANZ www.bildungsserver.de www.gss-bensheim.de.

Die Werkstatt wird von Lehrkräften wie Frank Maus und Peter Ströbel geleitet und ist unter der Adresse Eifelstraße 43, 64625 Bensheim erreichbar (Telefon: 06251 / 10820) arbeitsplattform.bildung.hessen.de.

Aktivitäten und Projekte:

  • Schüler:innen recherchieren zu lokalhistorischen Themen, z. B. im Stadtarchiv Bensheim, das über 2.000 Regalmeter Archivgut zur Stadtgeschichte umfasst bensheim.de.
  • Es wurden bereits Projekte wie die Dokumentation der Geschichte des Tonwerks in Heppenheim („Wer Vater und Mutter nicht ehrt, der muss ins Tonwerk!“) oder die jüdische Geschichte Bensheims umgesetzt arbeitsplattform.bildung.hessen.de www.gss-bensheim.de.
  • Die Geschichtswerkstatt kooperiert mit lokalen Akteur:innen und Projekten wie „Bensheim lebt Demokratie“ und bittet regelmäßig die Bevölkerung um Mithilfe bei der Erforschung weiterer Traditionsgeschäfte oder Familien www.instagram.com www.gss-bensheim.de.
  • Aktuell untersuchen Schüler:innen z. B. die ehemalige Futter- und Mehlhandlung der jüdischen Familie Hannchen und Moses Wolf www.gss-bensheim.de.

Kontaktmöglichkeiten:

  • Offizielle Website der GSS: www.gss-bensheim.de (dort findet sich auch eine spezielle Seite zur Geschichtswerkstatt) www.gss-bensheim.de.
  • Telefonisch über die Schule: 06251 / 10820 oder per Fax: 06251 / 108222

Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl/Bensheim: 

 https://arbeitsplattform.bildung.hessen.de/netzwerk/geschichtswerkstatt/veroeffentlichungen_geschichtswerkstatt.pdf

https://arbeitsplattform.bildung.hessen.de/netzwerk/geschichtswerkstatt/publikationsverzeichnis.html

https://bensheim.de/rathaus-politik/stadtverwaltung/stadtarchiv/

https://djaco.bildung.hessen.de/infos_themen/index.html

https://djaco.bildung.hessen.de/index.html

Montag, 11. Mai 2026

Lastenausgleichsgesetz

 Damals herrschte großes Elend unter den Flüchtlingen (!), vertriebenen Millionen von Deutschen. Und es gab ein Lastenausgleichsgesetz, wo die Besitzenden zum Ausgleich der Verluste der Vertriebenen beitrugen. "Die Lastenausgleichsleistungen betrugen bis Ende 1982 insgesamt rund 115 Mrd. DM, waren aber damit noch nicht beendet.[1]" Ohne Belastung der Reichen lässt sich Armut nicht beseitigen.

"Wohnraumhilfe:

Bevorzugung bei der Zuweisung von Mietwohnungen (die Gemeinden verwalteten noch viele Jahre nach dem Krieg den gesamten Wohnraum und bestimmten, wer wohin ziehen durfte)" (Wikipedia)

In unserer Wohnung mit 5 Kindern lebten zeitweise zwei weitere Familien. Allerdings hatten auch wir bei anderen Familien gewohnt, als unsere Wohnung von der US-Verwaltung beschlagnahmt war.

In der Präambel hieß es: „In Anerkennung des Anspruchs der durch den Krieg und seine Folgen besonders betroffenen Bevölkerungsteile auf einen die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit und die volkswirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigenden Ausgleich von Lasten und auf die zur Eingliederung der Geschädigten notwendige Hilfe" (Wikipedia)

Soziale Gerechtigkeit war das Schlagwort, das das Wirtschaftswunder möglich machte. Das Lastenausgleichsgesetz hat wesentlich dazu beigetragen.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Zerstörung archäologischer Quellen

 "[...] Die Katastrophe wiederholt sich fast jeden Tag, nahezu geräuschlos, scheint unaufhaltsam und hat ganz Deutschland erfasst. Sie vernichtet das Gedächtnis von Jahrtausenden, das Wissen von dem, was war. Die Behörden, die damit beauftragt sind, die Erinnerung an die Vergangenheit zu schützen, erklären sich für machtlos, und die Politik scheint ahnungslos. Die Katastrophe, von der die Rede ist, droht nichts Geringeres zu zerstören als das wichtigste Archiv in Deutschland. Gemeint ist damit nicht die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, nicht das Deutsche Literaturarchiv Marbach, sondern der Boden unter unseren Füßen: die Erde und alle Geheimnisse, die darin seit Anbeginn der Menschheit geborgen sind.

»Es ist entsetzlich«, sagt Mathias Hensch, Kreis- und Stadtarchäologe im niedersächsischen Uelzen.

»Ich kämpfe auf verlorenem Posten«, sagt André Richter, Bodendenkmalpfleger im thüringischen Sömmerda.

»Wir müssen uns eingestehen: Wir haben die Kontrolle verloren«, klagt Jonathan Scheschkewitz vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. [...]

Für Deutschland fordert der studierte Archäologe Michael Heinzlmeier, der bei der Polizei als Hauptkommissar mit dem Thema befasst ist, den freien Handel mit Metallsonden einzuschränken. Sein Vorschlag: Leistungsstarke Detektoren dürften nur noch mit staatlicher Lizenz erworben werden, so wie es das Waffengesetz vorsieht. Rechtlich sei das möglich. Der Haken: Denkmalschutz ist Ländersache. Doch das Problem ist nur bundesweit lösbar, alle Regierungen müssten sich verständigen. Ein weiter Weg also durch die Instanzen. Der zu lang sein könnte, um im Boden die Reste von Deutschlands Kulturerbe zu retten. [...]"


https://www.zeit.de/2026/20/raubgrabungen-metallsonden-archaeologie-denkmalschutz/komplettansicht

Samstag, 2. Mai 2026

Bismarck zur Beziehung Deutschland-Frankreich

 Bismarck. Gedanken und Erinnerungen, 23. Kapitel Versailles

"Es war unter diesen Umständen keine übertriebene Ängstlichkeit, wenn ich in schlaflosen Nächten von der Sorge gequält wurde, dass unsere politischen Interessen nach so großen Erfolgen durch das zögernde Hinhalten des weiteren Vorgehens gegen Paris schwer geschädigt werden könnten. Eine weltgeschichtliche Entscheidung in dem Jahrhunderte alten Kämpfe zwischen den beiden Nachbarnvölkern stand auf dem Spiel und in Gefahr, durch persönliche und vorwiegend weibliche Einflüsse ohne historische Berechtigung gefälscht zu werden, durch Einflüsse, die ihre Wirksamkeit nicht politischen Erwägungen verdankten, sondern Gemüts- eindrücken, welche die Redensarten von Humanität und Zivilisation, die aus England bei uns importiert/worden, auf deutsche Gemüter noch immer haben; war uns doch während des Krimkriegs von England aus nicht ohne Wirkung auf die Stimmung gepredigt worden, dass wir zur Rettung der Zivilisation die Waffen für die Türkei ergreifen müssten. Die entscheidenden Fragen konnten, wenn man wollte, als ausschließlich militärische behandelt werden, und man konnte das als Vorwand nehmen, um mir das Recht der Beteiligung an der Entscheidung zu versagen; sie waren aber doch solche, von deren Lösung die diplomatische Möglichkeit in letzter Instanz abhängen, und wenn der Abschluss des französischen Krieges ein weniger günstiger für Deutschland gewesen wäre, so blieb auch dieser gewaltige Krieg mit seinen Siegen und seiner Begeisterung ohne die Wirkung, die er für unsere nationale Einigung haben konnte. Es war mir niemals zweifelhaft, dass der Herstellung des deutschen Reiches, der Sieg über Frankreich vorher gehen musste, und wenn es uns nicht gelang, ihn diesmal zum vollen Abfschluss zu bringen, so waren weitere Kriege ohne vorgängig Sicherstellung unserer vollen Einigung in Sicht." (S.422/23) 

Donnerstag, 30. April 2026

1970 - 2007 eine Epoche wachsender Ungleichheit

"[...] Rubin wurde, nachdem er 1995 ins Finanzministerium wechselte, ein weithin bewunderter Minister. Er entschärfte die Finanzkrisen in Mexiko, Asien und Russland, legte einen ausgeglichenen Haushalt vor und führte die Wirtschaft durch die längste Wachstumsphase der Geschichte. [...]" (Packer: Die AbwicklungS.259)

"Es stellte sich bald heraus, dass die Rubinomie nur wenig bewirkt hatte. Die Jahre 1993-1999 bremsten kaum die langfristigen Trends, die sich seit einer Generation abzeichneten. Von den späten Siebzigern bis zum Jahre 2007, eine Zeit, in der Rubin, die zu den wichtigsten Entscheidungenträgern bei Goldmann Sachs, im Weißen Haus, im Finanzministerium und bei der Citigroup gehört hatte, wuchs der Finanzsektor spektakulär, während die Vorschriften und ungeschriebenen Gesetze, die/ihn im Zaum gehalten hatten, hinweggefegt wurden. Finanzkonzerne verdoppelten ihren Anteil am wirtschaftlichen Gesamtgewinn und die Gehälter im Finanzbereich verdoppelten sich in Bezug auf das Gesamteinkommen. Das oberste Prozent der Gesellschaft verdreifachte seinen Anteil am nationalen Einkommen, während des Einkommen der Mittelklasse nur um zwanzig Prozent das Einkommen der unteren Schichten überhaupt nicht stieg. Vierzig Prozent des gesamten Privatvermögens gehörten dem einen obersten Prozent im Jahr 2007, die unteren vier Fünftel besaßen zusammen nur sieben Prozent. Die Jahre, in denen Rubin, einer der mächtigsten Männer der Welt, der Wall Street und der amerikanischen Politik gewesen war, waren ein Zeitalter massiver Umverteilung – einer vererbbare Ungleichheit, die das Land seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gesehen hatte. " (Packer: Die Abwicklung, S. 280/281). 

Freitag, 24. April 2026

Armenischer Völkermord

Armenischer Völkermord (Völkermord an den Armeniern)

 Aurora Mardiganian

"Zum 111. Mal jährt sich 2026 der Beginn der Verbrechen, um deren Begrifflichkeit Historiker:innen heute kaum noch ringen. Trotz massiven Drucks durch die Türkei sind die gut dokumentierten Massaker und Deportationen, denen bis zu anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen, inzwischen in mehr als 30 Ländern offiziell als Genozid anerkannt. Bei den Debatten geht es um internationale Diplomatie, um geopolitische Gemengelagen, um historische Einordnungen. Um die Geschichten und Traumata der Menschen geht es außerhalb Armeniens und der armenischen Communities im Ausland kaum.

Der Film „Ravished Armenia“ zeigte entsetzliche Gewalttaten, Todesmärsche und eine Kreuzigung junger Mädchen, er wurde zum Blockbuster und spielte mehr als 30 Millionen Dollar ein. Arshaluys, aufgewachsen als Tochter eines Bankiers in der armenischen Stadt Chmshkatzag, eine ausgezeichnete Schülerin, die in Amerika den Namen Aurora annahm, spielte im Film sich selbst. Nicht, weil sie unbedingt Schauspielerin sein wollte, es drängte sie überhaupt nicht ins Rampenlicht. Sondern um vom Unaussprechlichen zu erzählen.[...]" (Aghet, die Katastrophe, FR 23.4.26)

Johannes Lepsius

Armin T. Wegner

Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl/Bensheim:

Die Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) Bensheim ist ein schulisches Projekt, das sich im Sinne der Geschwister Scholl...