Samstag, 14. März 2026

Vom Kolonialwarenladen zum Supermarkt

 Kolonialwarenladen

Als Kolonialwaren, auch Colonialwaren [...] wurden früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie z. B. ZuckerKaffeeTabakReisKakaoGewürze  und   Tee  bezeichnet. Kolonialwarenhändler importierten diese Produkte, die in Kolonialwarenläden und -handlungen verkauft wurden.

Viele dieser Erzeugnisse stammten von Großplantagen, auf denen Sklaven oder Zwangsarbeiter tätig waren. Auch die Landwirtschaft in den deutschen Kolonien (z. B. die Kaffeeerzeugung in Deutsch-Ostafrika und die Kakaogewinnung in Kamerun, Tabak aus den Südseekolonien) konnten trotz Verbots der Sklaverei im Mutterland faktisch nur durch harte Zwangsarbeit betrieben werden.[1][2][3] In Kuba und Brasilien, wichtigen Exportländern für Kaffee, Tabak und Zucker, wurde die Sklaverei offiziell sogar erst 1888 abgeschafft. Aus Deutschland wurde im Gegenzug u. a. Leinen für die Bekleidung der Sklaven exportiert.[4]

Wichtigste Importgüter waren zunächst Rohrzucker (in Deutschland bis zum Ersatz durch Rübenzucker in den 1850er Jahren) und Tabak aus Nordamerika und der Karibik. Das zu Dänemark gehörende Flensburg entwickelte sich seit ca. 1760 durch die Rumimporte aus den dänische Kolonien in Westindien zur „Rumstadt“. Wichtigste deutsche Einfuhrhäfen für Kolonialwaren waren BremenHamburg und (das bis 1864 ebenfalls dänische) Altona, die von ihrer Stellung als zollfreie Freihäfen und der Weiterverarbeitung der Güter stark profitierten. Hier entstanden Kaffeeröstereien, Schokoladen-, Zigarren- und Zigarettenfabriken und in deren Folge spezialisierte Groß- und Einzelhandelsgeschäfte für Kolonialwaren.

Werbung des Kolonialwarengeschäfts Kofahl in Wismar, Bliedenstraße 10, gegründet ca. 1905

Mit dem Einsatz effektiver Dampfschiffe auf den Überseerouten und der Verdichtung des Eisenbahnnetzes (in Deutschland seit den 1870er Jahren) breitete sich der Kolonialwarenhandel auch in kleineren Städten und Dörfern aus, während die saisonalen großstädtischen Märkte teilweise an Bedeutung verloren. Damit wurden Erzeugnisse für alle Gesellschaftsschichten erschwinglich, die vorher den Reichen vorbehalten waren. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die spezialisierten Kolonialwarenläden meist weiter zu Lebensmittelgeschäften mit breiterem Angebot, welche wiederum später durch die Supermärkte ersetzt wurden.

Der Kolonialwarenhandel wurde statistisch vom Produktenhandel und vom Manufakturwarenhandel abgegrenzt.

Bis in die 1970er Jahre wurde der Begriff Kolonialwarenladen noch verwendet. Diese Läden boten aber nicht mehr nur Kolonialwaren an, sondern alle Grundnahrungsmittel, unabhängig vom Herkunftsland, daneben auch SeifeWaschmittelPetroleum und anderen Haushaltsbedarf. Er entsprach dem Tante-Emma-Laden in Deutschland oder der Schweiz, [...]"

Supermarkt 

"Ein Supermarkt [:::] auch Kaufhalle genannt, ist eine Form des Einzelhandels mit großen Verkaufsflächen, auf denen Handelswaren zur Selbstbedienung für Kunden angeboten werden.

Discounter sind heute oft ähnlich wie Supermärkte, aber im Niedrigpreissegment angesiedelt und mit geringerer Sortimentstiefe und -breite.[...

Die große Verkaufsfläche ermöglicht im Gegensatz zu kleinen Läden ein größeres Sortiment] (zwischen 7.000 und 12.000 Artikeln, im Durchschnitt 10.500), so dass neben   Lebensmitteln,   Genussmitteln,   Nahrungsmitteln oder   Süßwaren (englisch food) auch DrogerieartikelBüromaterial oder andere Gebrauchs- oder Verbrauchsgüter  (Haushalts- und Schulbedarfenglisch non food) angeboten werden. Trotz des Selbstbedienungsprinzips gibt es auch vereinzelte Bedientheken (für Wurst, Fleisch, Käse).[3] Die Verkaufsfläche besteht aus den Warenregalen, den dazwischen liegenden Kontaktstrecken sowie dem Kassenbereich (englisch frontstore). Hiervon meist baulich getrennt sind die Lagerräume und Verwaltung (englisch backstore). Die Organisation folgt streng   verkaufspsychologischen Regeln, die von der Hintergrundmusik über die Platzierung von Schnell- und   Langsamdrehern, Förderung der Impulskäufe bis hin zu Sonderangeboten reichen. Hohe Warenrotation und Reichweite können zuweilen zu Regallücken führen, die jedoch wegen geringerer    Kundenzufriedenheit zu vermeiden sind. [...]"

Tante-Emma-Laden

"Überwiegend als Anbieter von Backwaren[5] und anderen Lebensmitteln bzw. Kolonialwaren (woher sich auch der lange Zeit noch verwendete Begriff Kolonialwarenladen herleitete), aber auch anderen Produkten für den täglichen Bedarf (HaushaltswarenTextilienKurzwarenSchreibwaren usw.) sorgten sie früher häufig für die lokale Warenversorgung der Bevölkerung. Übliche Elemente persönlicher Kundenbindung waren unter anderem Einkauf „auf Anschreiben“, Rabattmarken-Hefte, Gratiszugaben und Warenproben, Hauslieferungen, Reservierungen und Sonderbestellungen auf Kundenwunsch, Zusammenstellung von Geschenkkörben, Aufschnittplatten usw. Kinder wurden stets mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht. Häufig befand sich auch die Wohnung des Inhabers unmittelbar hinter oder über dem Ladengeschäft, so dass ein verspäteter Kunde nach Ladenschluss auch einfach an der Wohnungstür klingeln und (eigentlich unerlaubt) doch noch etwas kaufen konnte. Mit dem gesetzlichen Verbot der Preisbindung ab 1974 und dem Siegeszug der Discounter war der Niedergang dieser Verkaufskultur endgültig besiegelt.[6]"

Freitag, 13. März 2026

Über historisches Verständnis

Es gehört schon ein Minimum Einfühlung in andere Menschen dazu, dass einem der Sinn, den andere in etwas für sie selbst erkennen, ohne weiteres einleuchtet. Wir leben alle in Sinnbezügen, die sich im Laufe des Lebens eingestellt haben. Dass das für jede historische Zeit gilt und nicht nur für unsere, ist eine Erkenntnis, die der Historiker Ranke in den Satz gefasst hat: "Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott."

Dem wurde nicht nur von denen widersprochen, die deshalb, weil sie nicht an einen Gott glauben, die metaphorische Bedeutung des Begriffs "Gott" in diesem Zusammenhang nicht erkannt haben.

Dass für die meisten von uns heute die Wissenschaften die Funktion erfüllen, die zu anderen Zeiten von einem Gott bzw. von Göttern erfüllt wurden, ist aber selbst nicht für jeden selbstverständlich, der über die Vorläufigkeit und Eingeschränktheit wissenschaftlicher Erkenntnis weiß.

Olaf Scholz hat mit dem Wort Zeitenwende ansprechen wollen, dass mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine eine neue Epoche im Rankschen Sinn angebrochen sei. Auch ein überzeugter Pazifist, werde seitdem in diesem Zusammenhang anders denken. Das gilt aber nicht für den, der nicht anerkennt, dass eine neue Epoche angebrochen sei.

Viele Worte für etwas, was theoretisch jedem sofort einleuchten müsste, der verstanden hat, was Geschichte ist. Aber bis zum 19. Jahrhundert hat es in Europa niemandem eingeleuchtet. Und natürlich galt diese Aussage daher früher eben nicht.  

Für uns gilt heute das Konzept Menschenrechte allgemein, aber im Sinne asiatischer Philosophie nicht. Der Universalismus bei gleichzeitiger Anerkennung der Tatsache, dass er für andere nicht gilt, ist ein komplexes Problem.

Sonntag, 22. Februar 2026

Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel

 Inhalt 

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Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 

 I. Grenzen und Namen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 

«Kanaan» und «Palästina» 13 

Das «Land Israel»: verheißen – gelobt – genommen 15 

Von der «babylonischen Gefangenschaft» bis zur Zerstörung des Tempels 22 

Palästina unter muslimischer Herrschaft 26 

 II. Zur Heiligkeit des «Heiligen Landes» . . . . . . . . . . . . 29 

 1. Die jüdische Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 

Nochmals Eretz Israel: «heilig» und «rein» 31 

Jerusalem und der Tempel 34 

Erinnerung und Vergegenwärtigung 36 

 2. Die christliche Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 

Das himmlische und das irdische Jerusalem 40 

Der neue Bund und das Neue Jerusalem 43 

 3. Die muslimische Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 

al-haram al-sharif: Felsendom und Aqsa-Moschee 47 

 III. Kontraste: Palästina 1750–1840 . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 

 1. Grundzüge von Staat und Gesellschaft in osmanischer Zeit. 56 

Grenzziehungen 56 

Stadt und Land 61 

Bauern und Beduinen 66 

Herrschaft, Recht und Verwaltung 69 

 2. Autonomisierungstendenzen: Zahir al-Umar und Ahmad al-Jazzar . 77 

 3. Die ägyptische Besatzung, 1831–1840 . . . . . . . . . . . . 82 

 IV. Zeit der Reformen: 1840–1914 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 

 1. Die Tanzimat-Ära: 1839–1878 . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 

Militär und Verwaltung 91 Wirtschaft, Recht und Gesellschaft 94 

Land und Landwirtschaft 100 

 2. Palästina im Umbruch? . . . . . .  . . . . . 108 

 3. Der Aufstieg der Notabeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 

 4. Nablus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

V. Aufkommende Nationalismen: Zionismus und Arabismus, 1880–1914 ............ 121 

 1. Juden im Heiligen Land: Der «alte» und der «neue» Yishuv . . . . . . .  121 

Vorläufer des Zionismus 122 

Auswanderung und «praktischer Zionismus» 124 

Theodor Herzl und der «politische Zionismus» 128 

Gründerzeit: die Zweite und Dritte Aliya 132 

«Erlösung des Bodens», «Eroberung der Arbeit» 134 

Politik und Kultur 140 

 2. Osmanische Reaktionen . . . .. 142 

 3. Lokaler Widerstand und arabische Identität .  . 145 

Islamische Reform (Salafiyya) und arabische Erneuerung (Nahda) 148 

 VI. «Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land»? Exkurs zur Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung,        1800–1914 .. 152 

 1. Osmanische Zählungen: Vom Haushalt zum Individuum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 

 2. Siedlung und Bevölkerung im Überblick . . . . . . . . . . 158 

 VII. Erster Weltkrieg und britisches Mandat ........... 165 

 1. Die britische Orientpolitik im 19. Jahrhundert . . . . . . 166 

 2. Im Dickicht der Versprechungen: Palästina im Ersten Weltkrieg .  . . . . . 168 

Die Husain-McMahon-Korrespondenz, 1915–1916 170 

Das Sykes-Picot-Abkommen, Mai 1916 174 

Die BalfourErklärung, November 1917 176 

 3. Die Eroberung Palästinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 

 4. Palästina unter alliierter Militärverwaltung, 1918–1920 182 

 5. Die «syrische Option» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 

Das Faisal-Weizmann-Abkommen 189 

Von der Militär- zur Zivilverwaltung 190 

VIII. Zweierlei Maß oder: die doppelte Verpflichtung ..... 193 

 1. Der Mandatsvertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 

«Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land» 195 

Die Frage der politischen Repräsentation 198 

 2. Die «doppelte Verpflichtung» . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200 

Das Argument des wirtschaftlichen Vorteils 203 .

  3. «Tunnelblick» und «Beziehungsgeschichte» . . . . . . . . 206 

 4. Eine segmentierte Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . 209 

Schul- und Bildungswesen 209 

Demographische Entwicklung 213 

Wirtschaft und Gesellschaft 215 

Stadt und Land 217 

 IX. «Zwei Völker in einem Land»: Die 1920er Jahre ..... 221 

 1. «Aufbau»: Der jüdische Yishuv . . . . . . . . . . . . . . . . . 221 

«Ein Staat im Staate»: Jüdische Agentur und Histadrut 222 

Wandel durch Einwanderung 226 

Jüdisch oder hebräisch? 230 

 2. Anpassung und Widerstand: Arabische Politik 1918–1930 . . . . . . . . 233 

«Notabelnpolitik» 233 Die Muslimisch-Christlichen Vereinigungen 236 

 3. Die Unruhen der frühen 1920er Jahre . . . . . . . . . . . . 242 

Nabi Musa: April 1920 243 Die Unruhen vom Mai 1921 245 

 X. Protest und Islamisierung: Der Mufti und die Klagemauer . . . . . . . . . . . . .  . 252 

 1. Hajj Amin al-Husaini und der Oberste Muslimische Rat . . . . . . . . . .. . 254 

Der Oberste Muslimische Rat 257 

Der Mufti und die «Opposition» 260 

 2. Eskalation an der Klagemauer: Die Unruhen von 1928 und 1929 . .. . . 262 

September 1928 266 August 1929 267 

 3. Ein Weißbuch und ein Schwarzer Brief . . . . . . . . . . . 272 

 4. Die Internationalisierung der palästinensischen Sache . 274 

 XI. Von Unruhen zum Aufstand: Palästina 1930–1936 . . . 276 

 1. Land und Arbeit: Die Festigung des jüdischen Yishuv . 277 

 2. Land und Ehre: Die Krise der arabischen Gesellschaft . 281 

Landbesitz und Landverkauf 282 Kapital und Verschuldung 286 

 3. Palästina als Waqf der Muslime . . . . . . . . . . . . . . . . . 289 

 4. Neue Stimmen – neue Formen . . . . . . . . . . . . . . . . . 294

 XII. Der arabische Aufstand 1936–1939 .............. 306 

 1. Hintergründe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306 

Bildung, Mobilität, Kommunikation 307 

Feinde und Feindbilder 311 

 2. Boykott und Widerstand: 1936–1937 . . . . . . . . . . . . . 314 

Streik in den Städten 314 

Rebellion auf dem Lande 318 

 3. Der Peel-Plan: Juli 1937 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323 

 4. Radikalisierung des Aufstands: 1937–1939 . . . . . . . . . 330 

 5. Diplomatie: Vom Runden Tisch zum MacDonaldWeißbuch .  . . . . 340 

Bilanz 342 

XIII. Vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gründung Israels . . . 345 

 1. Palästina im Zweiten Weltkrieg . . . . . . . . . . . . . . . . . 346 

Erholung im arabischen Sektor 348 

Der Yishuv im Schatten des Holocaust 350 

 2. Rückzug vom Mandat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355 

 3. Triumph/Katastrophe: Palästina 1947–1949 . . . . . . . . 358 

Der Yishuv in Bedrängnis: November 1947 bis April 1948 361 

«Plan D» und die Ausrufung des Staates Israel: April und Mai 1948 364 

Der erste arabisch-israelische Krieg 367 

al-nakba: Die arabische Katastrophe 374 

Anhang Anmerkungen ....................................... 377 

Abbildungsnachweis ................................... 415 

Literaturverzeichnis . . . . . . . . . .. . . . . . . . . 416 

Zeittafel . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . 435 

Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . 438 

Personen- und Ortsregister .............................. 441 

Verzeichnis der Karten Palästina 

«Von Dan bis Beersheva» . . . .  . . 21 

Handels- und Pilgerrouten im 18. Jahrhundert . . . . . . . . . . 60 

Geographische Gliederung Palästinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 

Die osmanischen Verwaltungsbezirke in Syrien und Palästina vor dem Ersten Weltkrieg . .. . . . .119 

Der Vordere Orient nach der Konferenz in San Remo (1920) ........ 191 

Palästina/Transjordanien – Deutschland . . . . . . . . . .. . . . 194 

Die Stadtviertel Jerusalems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270 

Teilungsplan der Peel-Kommission (1937) ......... 327 

Die Waffenstillstandslinien von 1949 ........................ 372 


Gem

ini hat gesagt

Gudrun Krämers Werk gilt als eines der deutschsprachigen Standardwerke zur Geschichte Palästinas. Sie zeichnet darin einen differenzierten Weg nach, der weg von einer rein ereignisgeschichtlichen Erzählung hin zu einer Analyse gesellschaftlicher und politischer Strukturen führt.

Hier ist eine Zusammenfassung der Kerninhalte, strukturiert nach den Epochen, die das Buch abdeckt:


1. Die osmanische Herrschaft (1516–1917)

Krämer räumt mit dem Vorurteil auf, Palästina sei vor der zionistischen Einwanderung ein „leeres“ oder „rückständiges“ Land gewesen.

  • Verwaltungsstruktur: Palästina war keine eigenständige politische Einheit, sondern Teil des Osmanischen Reiches (aufgeteilt in die Sanjaks Jerusalem, Nablus und Akka).

  • Gesellschaft: Eine multi-religiöse Gesellschaft, geprägt durch das Millet-System, in dem religiöse Minderheiten (Christen, Juden) eine gewisse Autonomie genossen.

  • Reformen (Tanzimat): Im 19. Jahrhundert führten Modernisierungsschübe zu einer stärkeren Zentralisierung und der Entstehung einer lokalen städtischen Elite (Ayan).

2. Der Aufstieg des Zionismus und der arabische Nationalismus

Das Buch analysiert die doppelte Dynamik am Ende des 19. Jahrhunderts:

  • Zionismus: Die Entstehung der jüdischen Nationalbewegung in Europa und die ersten Einwanderungswellen (Aliyot).

  • Arabisches Erwachen: Die Entwicklung eines eigenständigen arabischen Nationalbewusstseins, das sich zunächst gegen die osmanische Zentralisierung und später gegen die koloniale Aufteilung richtete.

3. Die britische Mandatszeit (1917–1948)

Dies ist der Kern des Buches, in dem Krämer die Weichenstellungen für den heutigen Konflikt detailliert beschreibt.

  • Balfour-Deklaration: Die britische Zusage zur Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“.

  • Institutioneller Aufbau: Während die jüdische Gemeinschaft (Yishuv) unter dem Mandat quasi-staatliche Strukturen (Gewerkschaften, Militär, Bildung) aufbaute, blieb die arabische Seite politisch fragmentiert.

  • Wirtschaft und Boden: Der Kauf von Land durch jüdische Organisationen führte zu sozialen Spannungen und zur Verdrängung arabischer Pächter.

  • Widerstand: Der „Arabische Aufstand“ (1936–1939) markierte einen Wendepunkt, der von den Briten gewaltsam niedergeschlagen wurde und die arabische Führung schwächte.

4. Der Weg zur Staatsgründung und die Nakba

Krämer beschreibt das Ende des Mandats als ein Scheitern der britischen Politik, das in Gewalt mündete.

  • UN-Teilungsplan 1947: Der Vorschlag, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen (Resolution 181), der von der jüdischen Seite angenommen und von der arabischen abgelehnt wurde.

  • Krieg von 1948: Die Ausrufung des Staates Israel und der anschließende Krieg mit den arabischen Nachbarstaaten.

  • Die Folgen: Für die einen die Unabhängigkeit, für die Palästinenser die Nakba (Katastrophe) – Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Menschen.


Zentrale Thesen des Buches

  • Kein „ewiger“ religiöser Konflikt: Krämer betont, dass der Konflikt primär ein moderner Land- und Nationalkonflikt ist, der erst im 19. und 20. Jahrhundert entstand.

  • Asymmetrie: Sie zeigt die strukturelle Überlegenheit der zionistischen Organisationen gegenüber der traditionellen arabischen Elite auf.

  • Multiperspektivität: Das Buch versucht, sowohl die jüdische Sehnsucht nach Sicherheit als auch die arabische Erfahrung von Enteignung und Fremdbestimmung ernst zu nehmen.

Anfrage der KI: Möchtest du, dass ich einen dieser Abschnitte – zum Beispiel die Auswirkungen der britischen Mandatspolitik – noch genauer für dich zusammenfasse?

Mittwoch, 18. Februar 2026

Kriege und Militäroperationen der USA

 Mithilfe von KI recherchiert

Mexiko: 1846–1848

Spanien (Kuba/Puerto Rico): 1898

Philippinen: 1899–1902

Panama: 1903

Nicaragua: 1912–1933

Haiti: 1915–1934

Dominikanische Republik: 1916–1924

Deutschland/Japan: 1941–1945

Korea: 1950–1953

Guatemala: 1954

Libanon: 1958

Kuba (Schweinebucht): 1961

Vietnam: 1964–1975

Dominikanische Republik: 1965

Kambodscha: 1969–1973

Grenada: 1983

Libyen: 1986

Panama: 1989

Irak (Golfkrieg): 1991

Somalia: 1992–1995

Haiti: 1994

Jugoslawien (Serbien/Kosovo): 1999

Afghanistan: 2001–2021

Irak: 2003–2011

Libyen: 2011

Syrien: seit 2014

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Milit%C3%A4roperationen_der_Vereinigten_Staaten

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/02/us-bombardement-und-us-streitkrafte-in.html

"Am 25. Dezember 2025 (Weihnachten) führten die USA koordinierte Luftangriffe im Nordwesten Nigerias (insbesondere im Bundesstaat Sokoto) durch. Ziele: Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bzw. dessen lokaler Ableger (wie die "Lakurawa"-Gruppe".

vgl. dazu:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-viele-laender-hat-die-usa-ueberfallen#answer-621296862

Selbstverständlich sind die angeführten Operationen nicht alle "Überfälle".



Geschichtsrevisionismus

  https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/574498/geschichtsrevisionismus-digital-wie-rechtsextreme-akteure-auf-social-media-geschichte-umdeuten/

Dienstag, 17. Februar 2026

Zur Kriegsschuldfrage am Ersten Weltkrieg

 Clark ist ein hervorragender Historiker. Aber wenn er von Schlafwandlern spricht, die nicht wussten, was sie taten, meint er damit nicht, dass alle unschuldig waren.

Vor dem Krieg war aufgrund der gegenseitigen Spannungen auf vielen Seiten das Gefühl, dass es so nicht lange weitergehen könne. ("Besser eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.")

Man hatte die Erfahrung gemacht, dass Kriege Lösungen herbeiführten: Das Zeitalter der napoleonischen Kriege wurde durch den Sieg der Alliierten über Napoleon beendet und es begann eine Zeit der Zusammenarbeit in der "Heiligen Allianz". Die wurde durch die Revolutionen von 1848 gestört, aber nach deren Niederschlagung war wieder Ruhe und viele Revolutionäre gingen nach Amerika. Als dann aber der alte deutsch-französische Gegensatz wieder aufbrach, sorgte der Sieg Deutschlands über Frankreich wieder für eine Ruhezeit.

Kriege schienen Problemlösungen zu bringen. (Im Nachhinein ist klar, dass das eine schiefe Sichtweise war, aber man konnte so denken.)

Als die Spannungen auf dem Balkan zunahmen, als die Kolonialmächte sich über ihren Eroberungen zerstritten, als die allgemeine Spannung zunahm und Deutschland in Rivalität gegen Großbritannien auftrat (vorher galt: Großbritannien war nach dem Sieg über Napoleon nur am Gleichgewicht der Kräfte interessiert, so lange die anderen Mächte ihr Empire nicht störten), als die Spannungen also unerträglich zunahmen, entstand das Gefühl, es müsste wieder zu einer Klärung kommen.

Dass darüber etwas, was es noch nie gegeben hatte, der erste Weltkrieg der Geschichte entstehen würde, sahen die Wenigsten voraus (fast alle "Schlafwandler"), aber sie waren nicht ganz unschuldig. Jeder wollte seine eigene Sicherheit. Und das ging schief.

Der Frieden nach dem Ersten Weltkrieg sorgte aber nicht für eine lange Ruhephase wie die vorigen Kriege, sondern für furchtbare Zerstörungen und führte zum Zweiten. Da war es wichtig, dass ein deutscher Historiker sagte: Wir Deutschen waren nicht unschuldige Opfer der Niederlage im Ersten Weltkrieg und des Versailler Friedens, dessen Bekämpfung Hitler ermöglichte, den nächsten Krieg anzuzetteln. Die deutschen Regierungen wollten ihre Interessen wahren und haben dafür den Krieg in Kauf genommen, von dem sie meinten, er könne - wie im Krieg von 1870/71 - gut für sie ausgehen. Insofern waren sie schuld am Krieg.

Und gut war, dass ein neutraler (australischer) Historiker sagte: Die Deutschen waren nicht die Einzigen, die einen Krieg in Kauf genommen haben.

So allgemein gesehen haben beide Recht und du mit der Vermutung "Deutschland war schuld" natürlich auch. Wie die internationale Historikergemeinschaft über die Phase vor dem Ersten Weltkrieg in 20 und in 50 Jahren urteilen wird, brauchen wir nicht zu wissen.

Wenn andere sagen: Deutschland hatte nicht die Alleinschuld und du der Meinung bist, Deutschland war am Krieg schuld, passt das gut zusammen. Hauptsache, niemand behauptet, Erzherzog Franz-Ferdinand war schuld, weil er sich hat ermorden lassen.

Zwar hatte er sich in mancher Weise unbeliebt gemacht, aber Präventivkriegsplanen gegen Serbien hatte er deutlich widerstanden.

Dienstag, 10. Februar 2026

Dekabristenaufstand

 https://www.zeit.de/2025/55/dekabristen-aufstand-1825-russland-zar-nikolaus-aufstand-offiziere-wladimir-putin/komplettansicht

 ZEIT No 55/2025, S.30

Dekabristen Aufstand 1825


"Die Dekabristen (russisch Декабристы Dekabristy von декабрь dekabr ‚Dezember‘, deswegen im deutschsprachigen Raum auch als Dezembristen bekannt) waren Revolutionäre, vor allem Offiziere der russischen Armee, die am 14. Dezemberjul. / 26. Dezember 1825greg. auf dem Platz vor Senat und Synode in Sankt Petersburg den Eid auf den neuen Kaiser Nikolaus I. verweigerten. Damit bekundeten sie ihren Protest gegen das autokratische Zarenregime, gegen Leibeigenschaft, Polizeiwillkür und Zensur.

Die rebellischen Offiziere dienten in Petersburger Garderegimentern und waren westlich gebildet. Ihre Anführer wurden gehängt, einige degradiert und rund 600 von ihnen nach Sibirien verbannt und zu Zwangsarbeit verurteilt. In diesen damals relativ wenig kultivierten Teil der Welt brachten sie als Strafgefangene Kultur und Bildung und stehen deshalb noch heute auch dort in hohem Ansehen.

Die Dekabristen bildeten die erste bewusst gegen die zaristische Autokratie gerichtete revolutionäre Bewegung, deren Programm bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft und politisch teilweise bis zur Errichtung einer Republik reichte, auch wenn die Mehrheit von ihnen eine konstitutionelle Monarchie favorisierte, bei der den Zaren eine Rolle ähnlich jener der britischen Könige zugedacht war.[...]" (Wikipedia)

Vom Kolonialwarenladen zum Supermarkt

 Kolonialwarenladen Als  Kolonialwaren , auch  Colonialwaren  [...] wurden früher, besonders zur  Kolonialzeit , überseeische  Lebens-  und ...