Inhalt
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
I. Grenzen und Namen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
«Kanaan» und «Palästina» 13
Das «Land Israel»: verheißen – gelobt – genommen 15
Von der «babylonischen Gefangenschaft» bis zur Zerstörung des Tempels 22
Palästina unter muslimischer Herrschaft 26
II. Zur Heiligkeit des «Heiligen Landes» . . . . . . . . . . . . 29
1. Die jüdische Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Nochmals Eretz Israel: «heilig» und «rein» 31
Jerusalem und der Tempel 34
Erinnerung und Vergegenwärtigung 36
2. Die christliche Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Das himmlische und das irdische Jerusalem 40
Der neue Bund und das Neue Jerusalem 43
3. Die muslimische Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
al-haram al-sharif: Felsendom und Aqsa-Moschee 47
III. Kontraste: Palästina 1750–1840 . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
1. Grundzüge von Staat und Gesellschaft in osmanischer Zeit. 56
Grenzziehungen 56
Stadt und Land 61
Bauern und Beduinen 66
Herrschaft, Recht und Verwaltung 69
2. Autonomisierungstendenzen: Zahir al-Umar und Ahmad al-Jazzar . 77
3. Die ägyptische Besatzung, 1831–1840 . . . . . . . . . . . . 82
IV. Zeit der Reformen: 1840–1914 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
1. Die Tanzimat-Ära: 1839–1878 . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
Militär und Verwaltung 91 Wirtschaft, Recht und Gesellschaft 94
Land und Landwirtschaft 100
2. Palästina im Umbruch? . . . . . . . . . . . 108
3. Der Aufstieg der Notabeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
4. Nablus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
V. Aufkommende Nationalismen: Zionismus und Arabismus, 1880–1914 ............ 121
1. Juden im Heiligen Land: Der «alte» und der «neue» Yishuv . . . . . . . 121
Vorläufer des Zionismus 122
Auswanderung und «praktischer Zionismus» 124
Theodor Herzl und der «politische Zionismus» 128
Gründerzeit: die Zweite und Dritte Aliya 132
«Erlösung des Bodens», «Eroberung der Arbeit» 134
Politik und Kultur 140
2. Osmanische Reaktionen . . . .. 142
3. Lokaler Widerstand und arabische Identität . . 145
Islamische Reform (Salafiyya) und arabische Erneuerung (Nahda) 148
VI. «Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land»? Exkurs zur Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung, 1800–1914 .. 152
1. Osmanische Zählungen: Vom Haushalt zum Individuum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154
2. Siedlung und Bevölkerung im Überblick . . . . . . . . . . 158
VII. Erster Weltkrieg und britisches Mandat ........... 165
1. Die britische Orientpolitik im 19. Jahrhundert . . . . . . 166
2. Im Dickicht der Versprechungen: Palästina im Ersten Weltkrieg . . . . . . 168
Die Husain-McMahon-Korrespondenz, 1915–1916 170
Das Sykes-Picot-Abkommen, Mai 1916 174
Die BalfourErklärung, November 1917 176
3. Die Eroberung Palästinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
4. Palästina unter alliierter Militärverwaltung, 1918–1920 182
5. Die «syrische Option» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187
Das Faisal-Weizmann-Abkommen 189
Von der Militär- zur Zivilverwaltung 190
VIII. Zweierlei Maß oder: die doppelte Verpflichtung ..... 193
1. Der Mandatsvertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
«Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land» 195
Die Frage der politischen Repräsentation 198
2. Die «doppelte Verpflichtung» . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
Das Argument des wirtschaftlichen Vorteils 203 .
3. «Tunnelblick» und «Beziehungsgeschichte» . . . . . . . . 206
4. Eine segmentierte Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
Schul- und Bildungswesen 209
Demographische Entwicklung 213
Wirtschaft und Gesellschaft 215
Stadt und Land 217
IX. «Zwei Völker in einem Land»: Die 1920er Jahre ..... 221
1. «Aufbau»: Der jüdische Yishuv . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
«Ein Staat im Staate»: Jüdische Agentur und Histadrut 222
Wandel durch Einwanderung 226
Jüdisch oder hebräisch? 230
2. Anpassung und Widerstand: Arabische Politik 1918–1930 . . . . . . . . 233
«Notabelnpolitik» 233 Die Muslimisch-Christlichen Vereinigungen 236
3. Die Unruhen der frühen 1920er Jahre . . . . . . . . . . . . 242
Nabi Musa: April 1920 243 Die Unruhen vom Mai 1921 245
X. Protest und Islamisierung: Der Mufti und die Klagemauer . . . . . . . . . . . . . . 252
1. Hajj Amin al-Husaini und der Oberste Muslimische Rat . . . . . . . . . .. . 254
Der Oberste Muslimische Rat 257
Der Mufti und die «Opposition» 260
2. Eskalation an der Klagemauer: Die Unruhen von 1928 und 1929 . .. . . 262
September 1928 266 August 1929 267
3. Ein Weißbuch und ein Schwarzer Brief . . . . . . . . . . . 272
4. Die Internationalisierung der palästinensischen Sache . 274
XI. Von Unruhen zum Aufstand: Palästina 1930–1936 . . . 276
1. Land und Arbeit: Die Festigung des jüdischen Yishuv . 277
2. Land und Ehre: Die Krise der arabischen Gesellschaft . 281
Landbesitz und Landverkauf 282 Kapital und Verschuldung 286
3. Palästina als Waqf der Muslime . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
4. Neue Stimmen – neue Formen . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
XII. Der arabische Aufstand 1936–1939 .............. 306
1. Hintergründe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306
Bildung, Mobilität, Kommunikation 307
Feinde und Feindbilder 311
2. Boykott und Widerstand: 1936–1937 . . . . . . . . . . . . . 314
Streik in den Städten 314
Rebellion auf dem Lande 318
3. Der Peel-Plan: Juli 1937 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323
4. Radikalisierung des Aufstands: 1937–1939 . . . . . . . . . 330
5. Diplomatie: Vom Runden Tisch zum MacDonaldWeißbuch . . . . . 340
Bilanz 342
XIII. Vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gründung Israels . . . 345
1. Palästina im Zweiten Weltkrieg . . . . . . . . . . . . . . . . . 346
Erholung im arabischen Sektor 348
Der Yishuv im Schatten des Holocaust 350
2. Rückzug vom Mandat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355
3. Triumph/Katastrophe: Palästina 1947–1949 . . . . . . . . 358
Der Yishuv in Bedrängnis: November 1947 bis April 1948 361
«Plan D» und die Ausrufung des Staates Israel: April und Mai 1948 364
Der erste arabisch-israelische Krieg 367
al-nakba: Die arabische Katastrophe 374
Anhang Anmerkungen ....................................... 377
Abbildungsnachweis ................................... 415
Literaturverzeichnis . . . . . . . . . .. . . . . . . . . 416
Zeittafel . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . 435
Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . 438
Personen- und Ortsregister .............................. 441
Verzeichnis der Karten Palästina
«Von Dan bis Beersheva» . . . . . . 21
Handels- und Pilgerrouten im 18. Jahrhundert . . . . . . . . . . 60
Geographische Gliederung Palästinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Die osmanischen Verwaltungsbezirke in Syrien und Palästina vor dem Ersten Weltkrieg . .. . . . .119
Der Vordere Orient nach der Konferenz in San Remo (1920) ........ 191
Palästina/Transjordanien – Deutschland . . . . . . . . . .. . . . 194
Die Stadtviertel Jerusalems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270
Teilungsplan der Peel-Kommission (1937) ......... 327
Die Waffenstillstandslinien von 1949 ........................ 372
Gem
ini hat gesagt
Gudrun Krämers Werk gilt als eines der deutschsprachigen Standardwerke zur Geschichte Palästinas. Sie zeichnet darin einen differenzierten Weg nach, der weg von einer rein ereignisgeschichtlichen Erzählung hin zu einer Analyse gesellschaftlicher und politischer Strukturen führt.
Hier ist eine Zusammenfassung der Kerninhalte, strukturiert nach den Epochen, die das Buch abdeckt:
1. Die osmanische Herrschaft (1516–1917)
Krämer räumt mit dem Vorurteil auf, Palästina sei vor der zionistischen Einwanderung ein „leeres“ oder „rückständiges“ Land gewesen.
Verwaltungsstruktur: Palästina war keine eigenständige politische Einheit, sondern Teil des Osmanischen Reiches (aufgeteilt in die Sanjaks Jerusalem, Nablus und Akka).
Gesellschaft: Eine multi-religiöse Gesellschaft, geprägt durch das Millet-System, in dem religiöse Minderheiten (Christen, Juden) eine gewisse Autonomie genossen.
Reformen (Tanzimat): Im 19. Jahrhundert führten Modernisierungsschübe zu einer stärkeren Zentralisierung und der Entstehung einer lokalen städtischen Elite (Ayan).
2. Der Aufstieg des Zionismus und der arabische Nationalismus
Das Buch analysiert die doppelte Dynamik am Ende des 19. Jahrhunderts:
Zionismus: Die Entstehung der jüdischen Nationalbewegung in Europa und die ersten Einwanderungswellen (Aliyot).
Arabisches Erwachen: Die Entwicklung eines eigenständigen arabischen Nationalbewusstseins, das sich zunächst gegen die osmanische Zentralisierung und später gegen die koloniale Aufteilung richtete.
3. Die britische Mandatszeit (1917–1948)
Dies ist der Kern des Buches, in dem Krämer die Weichenstellungen für den heutigen Konflikt detailliert beschreibt.
Balfour-Deklaration: Die britische Zusage zur Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“.
Institutioneller Aufbau: Während die jüdische Gemeinschaft (Yishuv) unter dem Mandat quasi-staatliche Strukturen (Gewerkschaften, Militär, Bildung) aufbaute, blieb die arabische Seite politisch fragmentiert.
Wirtschaft und Boden: Der Kauf von Land durch jüdische Organisationen führte zu sozialen Spannungen und zur Verdrängung arabischer Pächter.
Widerstand: Der „Arabische Aufstand“ (1936–1939) markierte einen Wendepunkt, der von den Briten gewaltsam niedergeschlagen wurde und die arabische Führung schwächte.
4. Der Weg zur Staatsgründung und die Nakba
Krämer beschreibt das Ende des Mandats als ein Scheitern der britischen Politik, das in Gewalt mündete.
UN-Teilungsplan 1947: Der Vorschlag, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen (Resolution 181), der von der jüdischen Seite angenommen und von der arabischen abgelehnt wurde.
Krieg von 1948: Die Ausrufung des Staates Israel und der anschließende Krieg mit den arabischen Nachbarstaaten.
Die Folgen: Für die einen die Unabhängigkeit, für die Palästinenser die Nakba (Katastrophe) – Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Menschen.
Zentrale Thesen des Buches
Kein „ewiger“ religiöser Konflikt: Krämer betont, dass der Konflikt primär ein moderner Land- und Nationalkonflikt ist, der erst im 19. und 20. Jahrhundert entstand.
Asymmetrie: Sie zeigt die strukturelle Überlegenheit der zionistischen Organisationen gegenüber der traditionellen arabischen Elite auf.
Multiperspektivität: Das Buch versucht, sowohl die jüdische Sehnsucht nach Sicherheit als auch die arabische Erfahrung von Enteignung und Fremdbestimmung ernst zu nehmen.
Anfrage der KI: Möchtest du, dass ich einen dieser Abschnitte – zum Beispiel die Auswirkungen der britischen Mandatspolitik – noch genauer für dich zusammenfasse?