"Mitten in Berlin, nahe dem Gendarmenmarkt, liegt eine moderne Version der Arche Noah. Kein gewaltiges Schiff, wie es die Original-Arche der biblischen Legende nach gewesen sein soll, die Funktion aber ist die gleiche: Sie bewahrt. Nicht Menschen und Tiere, sondern Sprachen, die vom Aussterben bedroht sind.#
Das Endangered Languages Archive (ELAR), so heißt diese moderne Arche, findet sich im vierten Stock der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Es ist das wohl größte digitale Archiv bedrohter Sprachen: Über 770 Sprachen aus über 90 verschiedenen Ländern werden hier vor dem Vergessen geschützt. Sei es Makaguaje aus Kolumbien mit nur noch einer Sprecherin oder Malak-Malak aus Nordwestaustralien, das noch acht Menschen sprechen.
Gespeichert sind Videos und Audioaufnahmen von Gesängen, Ritualen, Alltagsgesprächen, aber auch davon, wie ein Boot gebaut oder ein Dach mit Palmwedeln gedeckt wird. Grammatiken und Wörterbücher umfasst das Archiv ebenfalls, erstellt und gesammelt von Sprachforschern aus Südamerika, Afrika oder Australien. Manche stammen von den indigenen Sprechergemeinschaften selbst." (ZEIT 19.2.2026)
Viele dieser Erzeugnisse stammten von Großplantagen, auf denen Sklaven oder Zwangsarbeiter tätig waren. Auch die Landwirtschaft in den deutschen Kolonien (z. B. die Kaffeeerzeugung in Deutsch-Ostafrika und die Kakaogewinnung in Kamerun, Tabak aus den Südseekolonien) konnten trotz Verbots der Sklaverei im Mutterland faktisch nur durch harte Zwangsarbeit betrieben werden.[1][2][3] In Kuba und Brasilien, wichtigen Exportländern für Kaffee, Tabak und Zucker, wurde die Sklaverei offiziell sogar erst 1888 abgeschafft. Aus Deutschland wurde im Gegenzug u. a. Leinen für die Bekleidung der Sklaven exportiert.[4]
Wichtigste Importgüter waren zunächst Rohrzucker (in Deutschland bis zum Ersatz durch Rübenzucker in den 1850er Jahren) und Tabak aus Nordamerika und der Karibik. Das zu Dänemark gehörende Flensburg entwickelte sich seit ca. 1760 durch die Rumimporte aus den dänische Kolonien in Westindien zur „Rumstadt“. Wichtigste deutsche Einfuhrhäfen für Kolonialwaren waren Bremen, Hamburg und (das bis 1864 ebenfalls dänische) Altona, die von ihrer Stellung als zollfreie Freihäfen und der Weiterverarbeitung der Güter stark profitierten. Hier entstanden Kaffeeröstereien, Schokoladen-, Zigarren- und Zigarettenfabriken und in deren Folge spezialisierte Groß- und Einzelhandelsgeschäfte für Kolonialwaren.
Werbung des Kolonialwarengeschäfts Kofahl in Wismar, Bliedenstraße 10, gegründet ca. 1905
Mit dem Einsatz effektiver Dampfschiffe auf den Überseerouten und der Verdichtung des Eisenbahnnetzes (in Deutschland seit den 1870er Jahren) breitete sich der Kolonialwarenhandel auch in kleineren Städten und Dörfern aus, während die saisonalen großstädtischen Märkte teilweise an Bedeutung verloren. Damit wurden Erzeugnisse für alle Gesellschaftsschichten erschwinglich, die vorher den Reichen vorbehalten waren. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die spezialisierten Kolonialwarenläden meist weiter zu Lebensmittelgeschäften mit breiterem Angebot, welche wiederum später durch die Supermärkte ersetzt wurden.
Bis in die 1970er Jahre wurde der Begriff Kolonialwarenladen noch verwendet. Diese Läden boten aber nicht mehr nur Kolonialwaren an, sondern alle Grundnahrungsmittel, unabhängig vom Herkunftsland, daneben auch Seife, Waschmittel, Petroleum und anderen Haushaltsbedarf. Er entsprach dem Tante-Emma-Laden in Deutschland oder der Schweiz, [...]"
"Überwiegend als Anbieter von Backwaren[5] und anderen Lebensmitteln bzw. Kolonialwaren (woher sich auch der lange Zeit noch verwendete Begriff Kolonialwarenladen herleitete), aber auch anderen Produkten für den täglichen Bedarf (Haushaltswaren, Textilien, Kurzwaren, Schreibwaren usw.) sorgten sie früher häufig für die lokale Warenversorgung der Bevölkerung. Übliche Elemente persönlicher Kundenbindung waren unter anderem Einkauf „auf Anschreiben“, Rabattmarken-Hefte, Gratiszugaben und Warenproben, Hauslieferungen, Reservierungen und Sonderbestellungen auf Kundenwunsch, Zusammenstellung von Geschenkkörben, Aufschnittplatten usw. Kinder wurden stets mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht. Häufig befand sich auch die Wohnung des Inhabers unmittelbar hinter oder über dem Ladengeschäft, so dass ein verspäteter Kunde nach Ladenschluss auch einfach an der Wohnungstür klingeln und (eigentlich unerlaubt) doch noch etwas kaufen konnte. Mit dem gesetzlichen Verbot der Preisbindung ab 1974 und dem Siegeszug der Discounter war der Niedergang dieser Verkaufskultur endgültig besiegelt.[6]"
Es gehört schon ein Minimum Einfühlung in andere Menschen dazu, dass einem der Sinn, den andere in etwas für sie selbst erkennen, ohne weiteres einleuchtet. Wir leben alle in Sinnbezügen, die sich im Laufe des Lebens eingestellt haben. Dass das für jede historische Zeit gilt und nicht nur für unsere, ist eine Erkenntnis, die der Historiker Ranke in den Satz gefasst hat: "Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott."
Dem wurde nicht nur von denen widersprochen, die deshalb, weil sie nicht an einen Gott glauben, die metaphorische Bedeutung des Begriffs "Gott" in diesem Zusammenhang nicht erkannt haben.
Dass für die meisten von uns heute die Wissenschaften die Funktion erfüllen, die zu anderen Zeiten von einem Gott bzw. von Göttern erfüllt wurden, ist aber selbst nicht für jeden selbstverständlich, der über die Vorläufigkeit und Eingeschränktheit wissenschaftlicher Erkenntnis weiß.
Olaf Scholz hat mit dem Wort Zeitenwende ansprechen wollen, dass mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine eine neue Epoche im Rankschen Sinn angebrochen sei. Auch ein überzeugter Pazifist, werde seitdem in diesem Zusammenhang anders denken. Das gilt aber nicht für den, der nicht anerkennt, dass eine neue Epoche angebrochen sei.
Viele Worte für etwas, was theoretisch jedem sofort einleuchten müsste, der verstanden hat, was Geschichte ist. Aber bis zum 19. Jahrhundert hat es in Europa niemandem eingeleuchtet. Und natürlich galt diese Aussage daher früher eben nicht.
Für uns gilt heute das Konzept Menschenrechte allgemein, aber im Sinne asiatischer Philosophie nicht. Der Universalismus bei gleichzeitiger Anerkennung der Tatsache, dass er für andere nicht gilt, ist ein komplexes Problem.