In der jüdischen Presse rieb man sich verwundert die Augen, dass der ganzen Aufregung im Vorfeld letztlich eine derart einschläfernde Veranstaltung gefolgt war. Nur Gerstenmaier und Prinz hätten Schwung in die Diskussion gebracht. Die deutsche Presse war hingegen überwiegend begeistert, schien doch das geglückt, wogegen sich die jüdischen Kritiker der Diskussion, aber auch Prinz und Goldmann gewandt hatten: ein erster Schritt zur Normalisierung.
Das Ausbleiben der Kontroverse lastete man Goldmann oder den gelehrten Referaten an. Man konnte darin aber auch etwas anderes sehen: eine gewisse Normalität des deutsch-jüdisch-israelischen Verhältnisses im Jahr 1966. Wäre es nach Goldmann und Prinz gegangen, hätte der Dialog dennoch fortgeführt werden können. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen: Kaum waren die Delegierten aus Brüssel abgereist, verfinsterte sich die politische Lage und schürte alte Ängste. Zwischen November 1966 und April 1968 zog die nur wenige Jahre zuvor gegründete Nazipartei NPD mit Ergebnissen von 5,8 bis 9,8 Prozent in gleich sieben bundesdeutsche Landesparlamente ein. Und Ende 1966 zerbrach auch noch das Erhard-Kabinett, und das ehemalige NSDAP-Mitglied Kurt Georg Kiesinger wurde zum deutschen Bundeskanzler gewählt. Zu diesem Deutschland Vertrauen aufzubauen, fiel nun ungleich schwerer als die Jahre zuvor. Doch auch die jüdische Welt geriet in Aufruhr. Im Juni 1967 brach der Sechstagekrieg aus, dessen Folgen die Aufmerksamkeit nicht nur Israels, sondern nahezu der gesamten jüdischen Diaspora absorbierten.
Schwerer als alles andere wog aber möglicherweise eine ganz andere Transformation. Beschleunigt durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965, wurden die ehemals deutsch-jüdischen Beziehungen immer mehr von den deutsch-israelischen Beziehungen überlagert – eine Entwicklung, die sich bis heute fortschreibt. Und so wurde das, was von Goldmann, Prinz und anderen als (Wieder-)Beginn eines deutsch-jüdischen Gesprächs geplant war, sein eigentlicher Abschluss. Etwas Ähnliches wie die Brüsseler Diskussionsrunde vom 4. August 1966 sollte es danach nie wieder geben."
In derselben Ausgabe der ZEIT vom 6.8.26 ist auch festgehalten:
"Die Schändung der Kölner Jüdischen Synagoge in der Nacht zum 25.12.1959 wurde zum Auftakt einer antisemitischen Schmierwelle
Als Assoziation zu Köln:
"In der Nacht vom 31. Dezember 2015 auf den 1. Januar 2016 kam es in Köln und anderen Orten zu sexuellen Übergriffen, die auch große nationale und internationale Beachtung erfuhren.
Das galt insbesondere für Übergriffe auf Frauen im Bereich des Kölner Hauptbahnhofs und des Kölner Doms durch Gruppen junger Männer vornehmlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. In vielen Fällen wurden sowohl Sexual- als auch Eigentums- und Körperverletzungsdelikte verübt." (Wikipedia)