Sonntag, 22. Februar 2026

Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel

 

Gemini hat gesagt

Gudrun Krämers Werk gilt als eines der deutschsprachigen Standardwerke zur Geschichte Palästinas. Sie zeichnet darin einen differenzierten Weg nach, der weg von einer rein ereignisgeschichtlichen Erzählung hin zu einer Analyse gesellschaftlicher und politischer Strukturen führt.

Hier ist eine Zusammenfassung der Kerninhalte, strukturiert nach den Epochen, die das Buch abdeckt:


1. Die osmanische Herrschaft (1516–1917)

Krämer räumt mit dem Vorurteil auf, Palästina sei vor der zionistischen Einwanderung ein „leeres“ oder „rückständiges“ Land gewesen.

  • Verwaltungsstruktur: Palästina war keine eigenständige politische Einheit, sondern Teil des Osmanischen Reiches (aufgeteilt in die Sanjaks Jerusalem, Nablus und Akka).

  • Gesellschaft: Eine multi-religiöse Gesellschaft, geprägt durch das Millet-System, in dem religiöse Minderheiten (Christen, Juden) eine gewisse Autonomie genossen.

  • Reformen (Tanzimat): Im 19. Jahrhundert führten Modernisierungsschübe zu einer stärkeren Zentralisierung und der Entstehung einer lokalen städtischen Elite (Ayan).

2. Der Aufstieg des Zionismus und der arabische Nationalismus

Das Buch analysiert die doppelte Dynamik am Ende des 19. Jahrhunderts:

  • Zionismus: Die Entstehung der jüdischen Nationalbewegung in Europa und die ersten Einwanderungswellen (Aliyot).

  • Arabisches Erwachen: Die Entwicklung eines eigenständigen arabischen Nationalbewusstseins, das sich zunächst gegen die osmanische Zentralisierung und später gegen die koloniale Aufteilung richtete.

3. Die britische Mandatszeit (1917–1948)

Dies ist der Kern des Buches, in dem Krämer die Weichenstellungen für den heutigen Konflikt detailliert beschreibt.

  • Balfour-Deklaration: Die britische Zusage zur Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“.

  • Institutioneller Aufbau: Während die jüdische Gemeinschaft (Yishuv) unter dem Mandat quasi-staatliche Strukturen (Gewerkschaften, Militär, Bildung) aufbaute, blieb die arabische Seite politisch fragmentiert.

  • Wirtschaft und Boden: Der Kauf von Land durch jüdische Organisationen führte zu sozialen Spannungen und zur Verdrängung arabischer Pächter.

  • Widerstand: Der „Arabische Aufstand“ (1936–1939) markierte einen Wendepunkt, der von den Briten gewaltsam niedergeschlagen wurde und die arabische Führung schwächte.

4. Der Weg zur Staatsgründung und die Nakba

Krämer beschreibt das Ende des Mandats als ein Scheitern der britischen Politik, das in Gewalt mündete.

  • UN-Teilungsplan 1947: Der Vorschlag, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen (Resolution 181), der von der jüdischen Seite angenommen und von der arabischen abgelehnt wurde.

  • Krieg von 1948: Die Ausrufung des Staates Israel und der anschließende Krieg mit den arabischen Nachbarstaaten.

  • Die Folgen: Für die einen die Unabhängigkeit, für die Palästinenser die Nakba (Katastrophe) – Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Menschen.


Zentrale Thesen des Buches

  • Kein „ewiger“ religiöser Konflikt: Krämer betont, dass der Konflikt primär ein moderner Land- und Nationalkonflikt ist, der erst im 19. und 20. Jahrhundert entstand.

  • Asymmetrie: Sie zeigt die strukturelle Überlegenheit der zionistischen Organisationen gegenüber der traditionellen arabischen Elite auf.

  • Multiperspektivität: Das Buch versucht, sowohl die jüdische Sehnsucht nach Sicherheit als auch die arabische Erfahrung von Enteignung und Fremdbestimmung ernst zu nehmen.

Möchtest du, dass ich einen dieser Abschnitte – zum Beispiel die Auswirkungen der britischen Mandatspolitik – noch genauer für dich zusammenfasse?

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